Asus verpasst seinem 12,5 Zoll großen Transformer Book die Intel-Skylake-Generation und verbaut noch einen zweiten Akku in die Tastatur-Dock. Dadurch gewinnt das neue Transformer Book an Durchhaltevermögen. Allerdings lässt sich die neu gewonnene Leistung nicht wirklich auskosten.
Asus präsentiert das aktualisierte Transformer Book T302CA, das zugleich Notebook, Tablet und Notizbuch darstellt. Die Bildschirmeinheit lässt sich vom Tastatur-Dock entnehmen, so dass das Gerät im Tablet-Modus genutzt werden kann. Um so etwas zu realisieren, müssen sich alle wichtigen Hardware-Komponenten im Tablet befinden. Hier stehen eine sparsame Intel-Core-m3-CPU, ein 8 GB großer Arbeitsspeicher und eine 128-GB-SSD zur Verfügung. Der Tastatur-Dock enthält allerdings auch eine wichtige Neuerung: Neben zwei weiteren USB-Anschlüssen befindet sich ein zweiter Akku im Inneren. Wer seine Notizen und Schreibarbeiten lieber digital führt, kann dies dank mitgeliefertem Stylus tun. Für dieses Gesamtpaket verlangt der Hersteller aktuell rund 860 Euro.

Wir sind auf die Unterscheide zu dem von uns bereits getesteten Asus Transformer Book T300 Chi gespannt und werden dieses fortan in unserem Test mit einfließen lassen. Des Weiteren dürfen Konkurrenzprodukte wie das HP Pavilion x2 nicht fehlen. Das Pavilion x2 ist in unserer Konfiguration schon ab 700 zu haben. Außerdem reiht sich das Acer Aspire Switch 12S in diese Partie ein. Natürlich gesellen sich auch Convertibles anderer Bauart, wie das HP Spectre x2 und das Huawei MateBook, als Vergleichspartner in unsere Runde.
Das Transformer Book geht in die nächste Runde und behält dabei seine optische Ästhetik sowie seine hochwertige Materialwahl. Das in Schwarz gehaltene Aluminiumgehäuse erweckt eine äußerst robuste und solide Verarbeitung. Obendrein wird es noch an den Kanten durch Chromakzente verziert. Allerdings werden Fingerabdrücke von der matten Oberfläche magisch angezogen.

Die Tablet-Einheit wird wie gewohnt mittels eines magnetischen Mechanismus an die Tastatur gedockt. Der etwas zu klein geratene Öffnungswinkel von 130 ° hat sich zur neuen Version auch nicht geändert. Zwar macht das Testgerät insgesamt einen sehr stabilen und beständigen Eindruck, jedoch besitzt die Tablet-Einheit im aufgeklappten Notebook-Modus einen zu großen Bewegungsspielraum. Man stelle sich vor, die Scharniere eines Notebooks wären bereits in die Jahre gekommen und somit etwas wackelig. Ebenfalls negativ anzuführen ist, dass die Oberfläche der Tastatur-Einheit bei eingestecktem Netzteil elektrisch geladen ist. Bei der Benutzung lässt sich ein starkes Kribbeln wahrnehmen. Schon von diversen anderen Notebooks (wie beispielsweise den Apple MacBooks) ist dies bekannt.
Ob im Tablet- oder im Notebook-Modus, das Transformer Book wird durch seine geringe Bauhöhe von maximal 2,03 cm und von seinem angenehmen Gewicht von 1.480 g charakterisiert. Die Gewichtsverteilung ist für ein Convertible üblich und daher etwas tabletlastig. Zum Vergleich: Die Tastatur-Dock wiegt 700 g und die Tablet-Einheit 780 g. Aufgrund des zweiten Akkus ist es das dickste und schwerste Produkt unserer Vergleichsrunde. Akku Asus N75SF .
Mit ausschließlich zwei USB-3.1-Typ-C-Ports am Tablet und zwei weiteren USB-2.0-Anschlüssen an der Dock-Einheit fällt der Umfang der Schnittstellen eher gewöhnlich aus. Zum Laden muss einer der USB-Ports des Tablets verwendet werden. An dieser Stelle sei angemerkt, dass es nicht egal ist, in welchen wir das Netzkabel reinstecken. Bei einer falschen Belegung werden wir vom System aufmerksam gemacht und müssen für den Ladevorgang den Port wechseln.

Alle Schnittstellen sind im hinteren Bereich angesiedelt, weshalb angeschlossene Kabel nicht den vorderen Schreibtischbereich einschränken. Leider ist auch der Audio-Combo-Anschluss dort platziert. Dies kann besonders bei kürzeren Kopfhörerkabeln störend sein.

Einer der beiden USB-Anschlüsse des Tablets unterstützt eine direkte DisplayPort-Adaptierung. Deshalb genügt ein USB-Typ-C-Adapter zu dem gewünschten Bildschirmausgang aus (Kostenpunkt rund 20 Euro).
Zur drahtlosen Kommunikation wird ein Intel Dual-Band Wireless-AC 9260 AC 2x2 Modul verbaut. Der WLAN-Adapter soll dank dem Einsatz von MIMO 2x2 mit bis 650 Mbit/s funken (brutto). In einer alltäglichen Client-Verbindung messen wir durchschnittliche Raten von 480 Mbit/s (max. 503 Mbit/s). Als Server kommen wir mit durchschnittlich 583 Mbit/s (max. 628 Mbit/s) den Bruttoraten ziemlich nahe. Zum Vergleich: Das günstigere HP Pavilion x2 erreichte in unserem Szenario nur 230–260 Mbit/s.

Für Video-Konferenzen bestückt Asus sein Transformer Book mit einer 720p-Frontkamera. Farben und Helligkeiten werden hinreichend ordentlich wiedergegeben. Dennoch macht sich ein starkes Bildrauschen bemerkbar.
Nicht selbstverständlich: Asus inkludiert dem Testgerät einen USB-Typ-C-zu-USB-3.0-Adapter sowie den zugehörigen Stylus. Wer allerdings die Internetverbindung mittels Ethernet-Anschluss bevorzugt, muss hierfür knapp 30 Euro investieren. Einer der beiden USB-Typ-C-Ports lässt den direkten Anschluss eines externen Bildschirmes zu. Ein passender Adapter von USB-Typ-C zu HDMI, VGA oder DisplayPort kostet knapp 20 Euro.

Leider werden keine Wartungsklappen verbaut. Auch der Akku lässt sich nicht ohne Werkzeug entnehmen. Die Tablet-Einheit besitzt keine zugänglichen Schrauben, weshalb Endkunden daran gehindert werden, einen Blick ins Innere zu werfen.

Die Garantielaufzeit des Transformer Book T302CA beläuft sich auf 24 Monate und umschließt einen Pick-Up-&-Return-Service. Andere Hersteller wie HP belassen es beim Pavilion x2 bei lediglich 12 Monate.
Eine schwarze Chiclet-Tastatur wird in die Tastatur-Dock eingesetzt, die in der neuen Version über einen weiteren Akku verfügt. Der sonstige Vergleich zu unserem getesteten Vorgänger zeigt schnell, dass es sich hierbei grundsätzlich um die gleiche Tastatureinheit handelt. Auch in der aktuellen Version loben wir das knackige Feedback. Allerdings ist der Hub etwas kurz geraten, und eine Tastaturbeleuchtung fehlt weiterhin. Der Hersteller benennt einen Hub von 1,5 mm. Wer das Convertible für gelegentliche Office-Arbeiten nutzen möchte, wird mit der Tastatureinheit zufrieden sein.

Auch in der aktuellen Version verbaut Asus das schon vom T300 bekannte und ziemlich klein dimensionierte Touchpad. Eine komfortable Bedienung gestaltet sich auf einer Fläche von lediglich 8,6 x 4,7 cm eher mühsam. In unserem Testgerät fielen uns filigrane Eingaben manchmal schwer, da der Mauszeiger kleine Sprünge machte. Äußerst gut funktionieren die Multi-Touch-Funktionen, die die Asus-Gesture-Software ermöglicht. Hierbei sprechen wir von Gestern wie die typische Drei-Finger-Bewegung, mit der die Task-Ansicht aufgerufen wird. Außerdem wird das Scrollen von Webseiten durch die Zwei-Finger-Bewegung gut interpretiert und umgesetzt. Für den gelegentlichen Betrieb im Laptop-Modus reicht das Touchpad aus. Bei einem Dauerbetrieb ist eine USB-Maus empfehlenswert. Akku Asus A93 .
Der beigelegte Eingabestift ist uns aus diversen anderen Tablets wie dem Dell Venue 8 oder dem Acer Aspire Switch 12S bekannt. Dieser wird mit einer AAAA-Batterie betrieben und verfügt über zwei Eingabetasten. Optisch und auch in der Hand kommt er einem herkömmlichen Stift ziemlich nahe. Nur die Gewichtsverteilung ist nicht gleichmäßig. Dies lässt sich dadurch begründen, dass sich die Batterie im hinteren Abschnitt befindet.

Schon einige Millimeter vor dem Display wird der Stift vom Tablet wahrgenommen und reagiert schnell bei der Berührung. Auch mehrere Druckstufen werden erkannt. Im Vergleich zu den Surface Reihen sieht das Schriftbild nicht ganz so fein aus, außerdem sind leichte Ausartungen erkennbar. Wer den Collage-Block für die Uni ersetzen will, sollte lieber auf ein anderes Gerät ausweichen. Gelegentliche PDF-Notizen oder kleinere Schreibarbeiten stellen kein Problem dar.
Wieder steht der Käufer vor der Wahl zwischen einem Full-HD- oder einem WQHD-Display. Das in unserem Fall mit 1.920 x 1.080 Pixel auflösende Display verfügt über eine stattliche Helligkeit von 364cd/m². Allerdings ist dies in Anbetracht der Konkurrenz nicht unüblich. Das Huawei MateBook ist beispielsweise im Durchschnitt rund 60 cd/m² heller.

Die Ausleuchtung ist mit 88 % zufriedenstellend. Etwas besser schneidet das Acer Aspire Switch 12S mit 92 % ab. Positiv sei anzumerken, dass weder ein PWM-Flimmern noch Clouding feststellbar ist. Der Kontrast von 1.184:1 erlaubt einen satten Schwarzton, der sich besonders in dunkleren Filmsequenzen bemerkbar macht.

Mittels CalMAN Analyse stellen wir die Abweichungen der Farben und Graustufen fest. Diese DeltaE-Differenz beträgt bei den Graustufen 4,27 und bei den Farben 4,78. In der Grayscale fällt ein leichter Blaustich auf.

Die gemessene Farbraumabdeckung reicht nicht aus, um den sRGB- (65 %) oder den AdobeRGB-Raum (42 %) vollständig abzudecken. Dies ist allerdings hauptsächlich für die professionelle Nutzung von Bedeutung.
Dank einer ausreichend hohen Helligkeit lässt sich das Convertible im Schatten nahezu ungehindert bedienen. Dennoch sollten direkte Sonneneinstrahlungen auf dem spiegelnden Display vermieden werden.

Dank der Verwendung eines hochwertigen IPS-Panels lässt sich das Display des Testgerätes unter beinahe jedem Winkel betrachten. Um den Testkandidaten im Laptop-Modus auf den Oberschenkeln zu nutzen, ist der maximale Öffnungswinkel von 130 ° etwas zu gering. Akku Asus N55SF .
Das im 12,5-Zoll-Format präsentierte Convertible rechnet im Herzen mit einem Intel-Core-m3-Prozessor. In Kombination mit dem 8 GB großen DDR3-Speicher und der eingesetzten 128-GB-SSD soll genug Leistung für herkömmliche Office- und Multimedia-Anwendungen bereitstehen. Große Leistungsreserven kann der sparsame Prozessor für anspruchsvolle Software kaum aufbringen. Für einen größeren 256-GB-Festspeicher muss ein Aufpreis von 140 Euro gezahlt werden. Wer nicht nur auf mehr Speicher, sondern auf zusätzlich mehr Rechenleistung angewiesen ist, kann auf die m7-Variante für 1.200 Euro wechseln. Ebenfalls soll, wie schon in der T302-Reihe, eine WQHD-Option in Zukunft zur Auswahl stehen. Die Preise waren allerdings bis zum Redaktionsschluss nicht bekannt.