Lenovo betreibt Modellpflege und packt die 7. Generation der Intel-Core-Serie in das elegante Convertible. Wie gut sich der aktuelle ULV-Prozessor von Intel schlägt, verraten wir Ihnen in diesem Test.

Nachdem wir vor Kurzem das Lenovo Yoga 710-14ISK auf Herz und Nieren getestet haben, betreibt der Hersteller Modellpflege und verbaut im aktuellen Yoga 710-14IKB den Skylake Nachfolger Kaby Lake. Das war es auch schon mit den Neuerungen. Weiterhin steht dem Intel Core i5-7200U 8 GB-DDR4-RAM zur Seite. Das Betriebssystem sowie alle weiteren Anwendungen müssen auf der 256 GB fassenden M.2 SSD Platz finden. Unser Testgerät besitzt keine dedizierte GPU und muss mit der integrierten Intel HD Graphics 620 zu Rande kommen. In dieser Ausstattung wechselt das silberne Gerät derzeitig für 899 Euro den Besitzer. Für etwas mehr Leistung sind 200 Euro mehr auf den Tisch zu legen. Dafür bekommen man das Yoga 710 mit einem etwas schnelleren Intel Core i7-7500U sowie eine dedizierte GPU (Nvidia GeForce 940MX).

Als Konkurrent für das Lenovo Yoga 710-14IKB sehen wir neben dem Vorgänger Lenovo Yoga 710-14ISK, das HP Spectre x360 13, welches demnächst auch in Deutschland verfügbar sein wird. Für den direkten Leistungsvergleich der Prozessoren ohne dedizierte GPU begleiten uns noch das Lenovo Miix 510 Pro sowie das Acer Aspire Switch12 Alpha.
Das Gehäuse des Lenovo Yoga 710-14IKB ist identisch mit dem des Yoga 710-14ISK. Selbiges trifft auch auf die Anschlussverteilung und das verwendete Multitouch-Dislpay zu. Deshalb verweisen wir an dieser Stelle auf den Testbericht des Lenovo Yoga 710-14ISK. Akku HP MU06 .
Die Leistung des Yoga 710-14IKB kann sich für ein Convertible durchaus sehen lassen. Zwar konnte die Leistung der integrierten Intel HD Graphics 620 gegenüber der Intel HD Graphics 520 gesteigert werden, aber gegen das Yoga 710-14ISK mit der dedizierten GPU muss sich unser Testgerät in 3D-Anwendungen geschlagen geben. Wer vorwiegend im Internet surft oder Office-Arbeiten erledigt, für diejenigen hat das Lenovo Yoga mehr als ausreichend Leistungsreserven. Der 8 GB große DDR4-RAM ist ausreichend dimensioniert und taktet mit 2.133 MHz. Allerdings ist das Yoga 710-14IKB wie auch schon der Vorgänger mit nur einem Modul bestückt. Somit arbeitet der RAM nur im Single-Channel-Mode. Eine Erweiterung ist nicht möglich, da es keinen freien Steckplatz für ein weiteres RAM-Modul gibt. Dies hat zur Folge, dass die integrierte Intel HD Graphics 620, welche sich im Intel Core i5-7200U befindet, nicht ihr ganzes Potential entfalten kann.

Wer deutlich mehr 3D-Performace benötigt, sollte sich das Gerät mit der dedizierten Nvidia GeForce 940MX anschauen. Dieses besitzt auch eine schnellere CPU (Intel Core i7-7500U).
Der Intel Core i5-7200U löst den Intel Core i5-6200U ab. Beim Cinebench R15 verzeichnen wir beim Yoga 710-14IKB ein Leistungsplus von 11 Prozent in Multithread-Anwendungen. Die Single-Core-Performance konnte um 3 Prozent gesteigert werden. Die fest verlötete Kaby-Lake-CPU hat zwei physikalische Kerne, und mit Hilfe der Hyperthreading-Technologie kann dieser 4 Threads gleichzeitig verarbeiten. Der sparsame ULV-Prozessor besitzt wie der Vorgänger weiterhin eine TDP von nur 15 Watt. Der Arbeitstakt wurde um 200 MHz auf jetzt 2,5 GHz angehoben. Die Turbofunktion erlaubt eine Takterhöhung auf 3,1 GHz.

Die CPU-Leistung bei unserem Testgerät kann durchaus als hervorragend bezeichnet werden. Selbst das HP Spectre x360 wird im Cinebench R15 Multi Benchmark auf Rang 2 verwiesen, obwohl ein vermeintlich schnellerer Intel Core i7-7500U im Gerät die Arbeit verrichtet. Der Vorsprung zu Geräten, welche mit einem Intel Core i5-6200U ausgestattet sind, ist keine Überraschung. Akku HP 650 .
Betrachten wir die gesamte System Performance, so können wir dem Yoga 710-14IKB ein ordentliches Arbeitstempo attestieren. Dank der schnellen SSD ist das System schon nach wenigen Sekunden einsatzbereit. Im PCMark 8 agiert unser Testgerät auf Augenhöhe mit dem Vorgänger. Einen Leistungsvorteil durch die neuere CPU können wir hier nicht feststellen. Lenovo spendiert dem Yoga 710-14IKB 8 GB DDR4-RAM. Damit ist das Convertible ausreichend bestückt, sodass es hier kaum zu Engpässen kommen sollte.
Als Systemdatenträger setzt Lenovo auf eine SSD von Samsung. Die SSD hat den Formfaktor M.2 2280, und gemäß dem Datenblatt des Herstellers liegen die sequenziellen Lese- und Schreibraten bei 540 MB/s bzw. 520 MB/s. Mit dem Tool AS SSD haben wir die Leistung der SSD in dem Convertible geprüft und notieren folgende Werte: 508 MB/s (Lesen) und 478 MB/s (Schreiben). Damit liegt die Leistung etwas hinter den Angaben des Herstellers. Im Alltagsbetrieb arbeitet die SSD zuverlässig und ohne große Leistungseinbußen. Das Yoga 710-14IKB besitzt leider nur einen M.2-Steckplatz. Somit bleibt nur der Austausch der vorhandenen SSD, wenn mehr Speicherplatz zur Verfügung stehen soll.
Eine dedizierte Grafikkarte bietet unser Testgerät leider nicht. Somit verrichtet ausschließlich die neue integrierte Grafikeinheit, Intel HD Graphics 620, welche mit der Kaby-Lake-Generation Einzug hält, die Arbeit. Die Leistung der Intel HD Graphics 620 hängt vom jeweiligen CPU-Modell und dem verwendeten Arbeitsspeicher ab. Die neue Generation ermöglicht nun auch H.265/HEVC im Main-10-Profil mit 10 Bit Farbtiefe in der Hardware zu decodieren. Damit wird die CPU entlastet und hat Reserven für weitere Aufgaben. Beim 3DMark Fire Strike ist klar zu erkennen, dass auch die verbesserte Grafikeinheit nicht mit einer dedizierten GPU mithalten kann. Akku HP MU09 .


Unser Testgerät muss ausschließlich mit der integrierten Intel HD Graphics 620 zurechtkommen. Das hat Auswirkungen auf die Spieletauglichkeit, die dadurch deutlich eingeschränkt wird. Ältere Titel können höchstens mit minimalem Preset in HD-Auflösung flüssig dargestellt werden. Wer mehr Grafikleistung benötigt, sollte sich das Lenovo Yoga 710-14IKB mit der Nvidia GeForce 940MX genauer anschauen.
Die Geräuschkulisse hält sich bei unserem Testgerät in Grenzen. Nach dem Einschalten steht der Lüfter still und beginnt erst im Windows Betrieb mit seiner Arbeit. Das Testgerät besitzt eine Heatpipe mit einem kleinen Lüfter. Dieser erreicht maximal 37 dB(A) unter Last. Das Yoga 710-14ISK werkelt aufgrund der dedizierten GPU etwas lauter. Um die Wärmeentwicklung der Grafikkarte abzuleiten, besitzt der Vorgänger zudem auch eine zweite Heatpipe mit einem weiteren Lüfter. Da auch das Kaby-Lake-Modell mit dieser Grafiklösung zu haben ist, werden sich die Geräuschemissionen eher in den Regionen des Vorgängers bewegen.
Das Kühlkonzept des Yoga 14-IKB ist ausreichend. Das belegen auch unsere Messergebnisse. Im Leerlauf bleibt das Gehäuse angenehm kühl und erreicht durchschnittlich 27°C. Unter Volllast verharrt die Gehäusetemperatur deutlich unter 40°C. Der wärmste Punkt befindet sich mittig auf der Oberseite der Base. Dort messen wir 36,4 °C. Im Vergleich zum Vorgänger fallen die Temperaturwerte aufgrund der fehlenden dedizierten GPU deutlich geringer aus. Beim Stresstest mit Prime95 erreicht die CPU eine maximale Temperatur von 81 °C. Der Intel Core i5-7200U arbeitet kontinuierlich mit 2,9 GHz. Mit Furmark belasten wir die Grafikeinheit und notieren maximal 77 °C. Die Intel HD Graphics 620 konnte eine Taktrate von durchschnittlich 990 MHz halten. Nach dem Stresstest wurde der 3DMark 11 erneut laufen gelassen. Mit dem Ergebnis von 1.497 Punkten ist die Leistung, im Vergleich zum Kaltstart, gleich. Somit ergeben sich auch bei starker Belastung keine Einbußen in Sachen Leistung.
Die beiden kleinen Lautsprecher stammen, wie auch beim Vorgänger, von JBL. Der Sound gelangt durch die kleinen Schlitze auf der Unterseite der Base aus dem Gehäuse. Bei einer Nutzung auf einer weichen Unterlage oder auf dem Schoß können diese schnell verdeckt werden, was einen negativen Einfluss auf die Klangqualität hat. Für uneingeschränkten Soundgenuss empfehlen wir die Nutzung eines externen Soundsystems. Akku HP 635 .

Weiterhin ist es unverständlich, warum Lenovo die Mikrofoneingänge direkt über den Lüftungsschlitzen platziert. Solange der Lüfter stillsteht, ist Skypen problemlos möglich. Aber sobald der Lüfter zu arbeiten beginnt, ist ständig ein störendes Rauschen beim Empfänger zu hören. Das sollte der Hersteller schnellstmöglich überarbeiten, denn so ist Videotelefonie nur mit einem externen Mikrofon problemlos nutzbar.
Beim Energieverbrauch geht das Convertible sehr sparsam zu Werke: Gerade einmal 7 Watt verbraucht unser Testgerät durchschnittlich im Leerlauf. Bei Volllast zieht das Yoga 710-14IKB maximal 30 Watt aus der Steckdose. Insgesamt schneidet das Lenovo Yoga 710-14IKB in dieser Disziplin am besten ab. Das kompakte Netzteil ist mit maximal 45 Watt Ausgangsleistung ausreichend dimensioniert. Somit hat das Yoga 710-14IKB genügend Spielraum, um den Akku selbst unter Last zuverlässig zu laden.
Nachdem das Yoga 710-14ISK die Messlatte in Sachen Akkulaufzeit relativ hochlegt, sind die Erwartungen an den Nachfolger auf einem ähnlichen Level. Auch das Yoga mit dem Kaby Lake Refresh besitzt einen 53-Wh-Lithium-Ionen-Akku. Da unser Testgerät ohne dedizierte GPU daherkommt, fallen die Akkulaufzeiten beim WLAN- und H.264-Test deutlich besser aus. Eine Akkuladung sollte bei normaler Nutzung locker für einen Tag reichen. Das Convertible ist nach 2,5 Stunden wieder vollständig aufgeladen. Im Vergleich kann sich das HP Spectre x360 noch knapp vor das Yoga 710-14IKB schieben. Dabei sei aber erwähnt, dass die Akkukapazität des HPs etwas über der maximalen Kapazität unseres Testgeräts liegt.
Mit dem Lenovo Yoga 710-14IKB betreibt der Hersteller lediglich Modellpflege. Das ausdauernde Convertible besitzt nun einen Kaby-Lake-Prozessor, welcher bei gleicher Leistungsaufnahme etwa 10–15 Prozent mehr Performance leisten. Unser Testgerät besitzt einen Intel Core i5-7200U Prozessor sowie 8 GB DDR4-RAM und eine 256 GB fassende SSD. Gerade bei den Akkulaufzeiten und der geringen Energieaufnahme konnte das Yoga 710-14IKB punkten.

Das Yoga 710-14IKB, als Kaby Lake Refresh, orientiert sich an der ansprechenden Optik des Vorgängers. Leistungstechnisch konnte auf Grund der neuen CPU-Generation etwas nachgelegt werden. Mit den guten Akkulaufzeiten entpuppt sich das Lenovo als ausdauernder und zuverlässiger Wegbegleiter. Akku HP 630 .

Da sich der Hersteller an das direkte Design des Vorgängers hält, sind auch die Kritikpunkte ähnlich. Die Mirkrofoneingänge befinden sich direkt über dem Lüfterausgang, was beim Skypen sehr störend ist, da ständig ein Rauschen beim Empfänger zu hören ist. Alles in allem hinterlässt das Convertible einen hochwertigen Eindruck. Die Materialwahl überzeugt, und die Leistung ist für die meisten Anwendungen des Alltags ausreichend.