Premium-Materialien, sorgfältige Verarbeitung, hochauflösender Bildschirm und tolle Leistung - HP versucht das Chromebook neu zu definieren und orientiert sich dabei an dem Chromebook Pixel von Google.
Es ist immer wieder das Gleiche: Obwohl wir manchmal Geräte mit mehr Leistung bekommen, geht es bei den Chromebooks hauptsächlich um einen geringen Preis. Damit sind unweigerlich Kompromisse verbunden – in der Regel bei der Verarbeitung, der Ausstattung, der Leistung und auch dem Design.

Das ist bei unserem heutigen Testgerät aber nicht der Fall: Mit dem Chromebook 13 G1 zeigt HP ein Premium-Gerät. Das beginnt mit dem Gehäuse (welches normalerweise Windows Ultrabooks und MacBooks vorbehalten ist) und setzt sich bei dem QHD+-Display und den Komponenten mit 8 GB RAM sowie einem Core-m5-Prozessor fort. Das Ergebnis ist ein Chromebook, welches direkt mit Googles eigenem Chromebook Pixel (zumindest die alten Versionen vor der Einführung des Convertibles) konkurrieren kann. Auch in Konferenzräumen macht das HP eine gute Figur.

All das wirkt sich natürlich auch auf den Preis aus. Obwohl die kleine Konfiguration des Chromebook 13 G1 mit einem Intel-Pentium-Prozessor und 4 GB RAM für 499 US-Dollar erhältlich ist, möchte der Hersteller für die Vollausstattung 819 US-Dollar haben. Damit liegt das Testgerät im Bereich von anderen Leichtgewichten wie dem Dell XPS 13, und auch ein HP Spectre oder das MacBook Air sind nicht mehr weit entfernt. Kann sich das HP Chromebook wirklich mit solchen "Schwergewichten" messen?
Das Chromebook 13 G1 ist sicherlich ein stylishes Gerät. Der Deckel besteht aus gebürstetem Aluminium, und in der Mitte sitzt ein übergroßes spiegelndes Logo von HP, flankiert von einem etwas weniger auffälligen Chrome-Logo in der oberen Ecke. Dieses Design setzt sich auch bei der Handballenauflage fort. Vor den chromfarbenen Scharnieren befindet sich noch die auffällige Lautsprecherabdeckung. Die Unterseite der Baseunit scheint aus einer dünnen Magnesiumlegierung zu bestehen, der interne Rahmen zwischen den beiden Metallen besteht jedoch aus Kunststoff.
Mit gerade einmal 15 mm fällt das Gerät sehr dünn aus und mit nur 1,202 kg ist es zudem angenehm leicht. Manche Konkurrenten bringen zwar noch etwas weniger Gewicht auf die Waage oder sind besser ausgestattet (beispielsweise das zuvor genannte Dell XPS 13 mit 1,226 kg oder das teurere HP Spectre mit 1,11 kg), doch spürbar sind die Unterschiede kaum. Akku Asus X55A .

Im Alltag hinterlässt das Chromebook einen sehr stabilen Eindruck und steht sicher auf dem Untergrund (unterstützt durch große Gummifüße). Druck auf die Baseunit oberhalb der Tastatur führt allerdings zu einer sichtbaren Verwindung. Der Bildschirmdeckel ist ebenfalls recht dünn und damit recht anfällig für Verwindungsversuche sowie Druck von hinten – im normalen Betrieb sollte die Stabilität aber dennoch ausreichen. Die Scharniere sind gut justiert. Sie halten den Bildschirm sicher in Position, ermöglichen mit etwas Übung aber dennoch das Öffnen mit einer Hand. Die internen Halterungen bestehen aus Metall, hängen aber erneut an einem Kunststoffrahmen. Die Konstruktion ist insgesamt jedoch sehr kompakt, und wir können uns kaum vorstellen, dass die Halterungen brechen.

Alles in allem spielt das Chromebook 13 G1 vor allem bei den günstigen Konfigurationen in einer ganz anderen Liga. Es ist definitiv ein Highlight unter den restlichen Chromebooks.
HP legt auch bei den Anschlüssen nach. Entlang der Seiten des sehr dünnen Chromebook 13 G1 finden wir insgesamt 3x USB-3.1-Anschlüsse (Gen.1): 2x USB Type-C mit Ladefunktion und einen konventionellen USB-A-Stecker. Natürlich können die beiden USB-Type-C-Anschlüsse neben der Stromversorgung auch für die Verbindung mit anderen Geräten oder externen Monitoren (entsprechende Adapter vorausgesetzt) verwendet werden. Ganz zufrieden sind wir allerdings nicht, denn mit angestecktem Netzteil bleiben nur noch zwei Anschlüsse übrig – und einer davon wird vielleicht von einem Monitor belegt. Angesichts der Größe und der Tatsache, dass es sich um ein Chromebook handelt, sind 3x USB-3.1-Anschlüsse aber eine willkommene Überraschung. Nicht ganz optimal ist die Anordnung, denn abgesehen von dem microSD-Leser befinden sich alle Anschlüsse dicht gedrängt auf der linken Seite.
Die durchschnittliche Transferrate in drei Benchmarks (inklusive 1 GB an Bildern) lag in Verbindung mit unserer Referenzkarte Toshiba Exceria Pro SDXC 64 GB UHS-II bei rund 51 MB/s (~20 Sekunden). Angesichts von modernen Speicherlösungen (vor allem SSDs) ist das nicht sehr schnell, doch es reicht aus, um den 32 GB großen internen eMMC-Speicher zu erweitern.
Das WLAN-Modul trägt die Bezeichnung Intel Dual-Band Wireless-AC 7265 – nicht der beste Adapter, den es aktuell gibt, in der Praxis aber vollkommen ausreichend. Die 2x2 Antennenkonfiguration unterstützt 2,4- sowie 5-GHz-Netze mit einer maximalen Transferrate von 867 Mbit/s. Bluetooth 4.2 steht ebenfalls zur Verfügung.
Alle Chromebooks verfügen über ein TPM-Modul mit einem verschlüsselten internen Speicher, um die Datensicherheit zu erhöhen. Akku Asus X75V .

Das mitgelieferte 45-Watt-Netzteil (USB-C, 336 Gramm) ist von der Größe her vergleichbar mit einem Ultrabook und damit größer als beispielsweise beim ThinkPad Chromebook 13, aber das Kabel ist im Gegenzug auch sehr lang. Insgesamt wiegt das komplette System inklusive Netzteil nur 1,54 kg.
Es gibt nur wenige austauschbare Komponenten am Chromebook 13 G1 – lediglich der Akku, der Kühlkörper und das WLAN-Modul sind zugänglich, ohne das gesamte Mainboard zu entfernen – doch es kann gewartet werden. Die untere Abdeckung wird von elf Schrauben gesichert, von denen sich leider fünf unter den Gummifüßen verstecken. Mit den richtigen Werkzeugen gibt es keine Probleme, doch ein Entfernen der Gummifüße ohne Beschädigung der Klebestreifen ist unmöglich. Abgesehen von einem Akkutausch ist es aber unwahrscheinlich, dass Endkunden diese Prozedur durchführen. Sowohl der eMMC-Speicher als auch der RAM sind auf dem Mainboard aufgelötet und können daher nicht getauscht werden.
Die vollwertige Tastatur des HP Chromebook 13 G1 ist komfortabel und angenehm groß. HP hatte nicht viel vertikalen Spielraum, doch der kurze Tastenhub wird von einem guten Feedback begleitet. Zum Auslösen wird nur recht wenig Kraft benötigt, in den ersten Tagen wird es also eine gewisse Eingewöhnungsphase geben. Abgesehen davon haben wir aber nur wenig zu beanstanden: Die Tasten sind gut eingestellt und leicht zu erkennen, und es gibt sogar eine fünfstufige Hintergrundbeleuchtung (inkl. aus).

Angesichts der hohen Bildschirmauflösung hätte das Clickpad durchaus größer ausfallen dürfen, bei höheren Skalierungseinstellungen (wie 1.600 x 900) ist es aber in Ordnung. Die Oberfläche ist angenehm, und die integrierten Tasten funktionieren – sie sind sicherlich nicht die besten, die wir kennen, aber deutlich besser als bei vielen anderen Chromebooks.

HP deckt mit dem Chromebook 13 G1 die Grundlagen ab, weshalb auch kein Touchscreen integriert ist. Das ist nicht notwendigerweise ein Problem, doch da Chrome OS schon bald Android Apps unterstützen soll, könnte es in dieser Hinsicht einige Herausforderungen geben.
Mitunter der größte Unterschied zwischen einem traditionellen Chromebook und dem HP Chromebook 13 G1 ist der hochauflösende QHD+-Bildschirm. Das spiegelnde 13,3-Zoll-Panel hat 3.200 x 1.800 Pixel und erreicht damit eine Auflösung von 276 ppi, womit eine scharfe Darstellung garantiert ist. Die Pixelanordnung kann zu ausgefransten Kanten und damit geringeren Details bei sehr hohen Auflösungen führen (vor allem der nativen Auflösung), aber sobald das Bild skaliert wird (standardmäßig 1.600 x 900), ist das Ergebnis umwerfend. Die Farbdarstellung ist ebenfalls sehr gut.
Die Bildschirmmessungen bestätigen unseren subjektiven Eindruck. Der Kontrast ist mit 442:1 zwar nur durchschnittlich (was an dem hohen Schwarzwert von 0,804 cd/m² liegt), doch die durchschnittliche Helligkeit ist mit 330,1 cd/m² höher als bei der Konkurrenz, und auch der Gammawert ist mit 2,17 nah am Idealwert (2,2). Die gute Ausleuchtung (90 %) garantiert ein gleichmäßiges Bild, und die durchschnittlichen DeltaE-2000-Abweichungen für die Farben bzw. die Graustufen fallen mit 3,75/4,73 cd/m² (ideal: 0) besonders für ein günstiges Gerät sehr ordentlich aus. Die Farbtemperatur ist mit 6.180 K (ideal 6.500 K) etwas warm – solange man es aber nicht neben einem kalibrierten Panel nutzt, fällt das kaum auf. Akku Asus X72JT .
Aufgrund der spiegelnden Oberfläche tut sich der Bildschirm bei direkter Sonneneinstrahlung schwer. Bei indirektem Lichteinfall schlägt es sich dank der hohen Helligkeit aber gut, und im Schatten gibt es überhaupt keine Schwierigkeiten. Die Blickwinkelstabilität ist exzellent.
Die verschiedenen Modelle des HP Chromebook 13 G1 liegen preislich zwischen 499 und 819 US-Dollar, wobei sich die Unterschiede auf den Prozessor und den Arbeitsspeicher beschränken, denn alle Konfigurationen werden mit 32 GB eMMC-Speicher und dem QHD+-Display ausgeliefert. Die günstigste Version für 499 US-Dollar verwendet einen Intel-Pentium-4405Y-Prozessor mit 4 GB LPDDR3-1866 RAM. Für 100 US-Dollar mehr gibt es den Core m3-6Y30, während das Topmodell für 300 US-Dollar mehr mit einem Core m5-6Y57 und 8 GB LPDDR3-1866 RAM ausgestattet ist.

Es ist nicht ganz leicht, hier die richtige Wahl zu treffen. Angesichts der Verarbeitung und dem guten Display ist das Einstiegsmodell für 499 US-Dollar sicherlich ein kleines Schnäppchen, doch für viele Nutzer dürfte das Core-m3-Modell (599 US-Dollar) am meisten Sinn machen. Der Preis liegt immer noch deutlich unter denen vieler vergleichbarer Windows oder Mac Notebooks, und auch bei der Leistung sollte es angesichts der geringen Anforderungen von Chrome OS keine Probleme geben. Warum also nicht nur den Pentium 4405Y? Er ist für viele Nutzer sicherlich ausreichend, doch der Core m3 bietet mehr Leistung (bis zu 2,2 GHz via Turbo Boost), eine schnellere integrierte Grafikkarte und ist – trotz der höheren Takte – mit einer TDP von nur 4,5 Watt sogar sparsamer als der Pentium (6 Watt).

Unser Core-m5-Modell ist sicherlich recht teuer für ein Chromebook und ist nicht mehr weit von konventionelleren Geräten mit Windows und sogar Mac OS entfernt, die insgesamt deutlich vielseitiger sind. Falls man jedoch nur Leistungsbedenken gegenüber einem normalen Core-i5-ULV-Chip hat, können wir diese zerstreuen: Das HP Chromebook 13 G1 präsentiert sich in den Benchmarks als ernstzunehmender Gegner.
Überraschenderweise liegt das Testgerät in den Benchmarks nur 7 % hinter dem ThinkPad 13 Chromebook mit dem Core i5. Die anderen Vegleichsgeräte werden klar geschlagen, wobei wir hier fairerweise anmerken müssen, dass diese Testgeräte mit älteren Komponenten ausgestattet waren. Subjektiv fühlt sich das Gerät niemals zu langsam an, und die Benchmarks bestätigen das.

Wir haben die Tests ein weiteres Mal im Akkubetrieb durchgeführt, aber die Leistung wurde dabei nicht verringert.Alle Konfigurationen des Chromebook 13 G1 werden mit 32 GB eMMC-Speicher ausgeliefert, wobei die nutzbare Speicherkapazität um einige Gigabyte geringer ausfällt. Wie bei den meisten anderen eMMC-Chips wurde das Modul direkt auf das Mainboard gelötet und kann damit nicht getauscht bzw. aufgerüstet werden. Der eMMC-Speicher ist um einiges langsamer als eine vollwertige SSD, für preisgünstige Geräte wie Chromebooks reicht die Leistung aber aus. 32 GB sind nicht viel, doch Chromebooks legen viel Wert auf Online-Dienste und Cloud-Speicher – und via microSD kann der Speicher bei Bedarf natürlich auch noch erweitert werden.
Das Chromebook 13 G1 wird passiv gekühlt und ist daher komplett lautlos. Wir konnten während unserer Tests auch keine elektronischen Geräusche oder ähnliches feststellen. Akku Asus X71VN .

Mit durchschnittlichen Oberflächentemperaturen von knapp 26/27 °C (Ober-/Unterseite) hat das Chromebook 13 G1 im Leerlauf keine Temperaturprobleme. Unter Last bildet sich allerdings ein Hotspot von knapp 46 °C auf der Unterseite, was beim Berühren unangenehm ist. Glücklicherweise bleiben die umliegenden Bereiche mit rund 33 °C bzw. 37 °C deutlich kühler, insgesamt ist die Erwärmung also noch im Rahmen. Große Teile der Tastatur und der Handballenauflage sind davon jedoch nicht betroffen; hier liegt Durchschnittswert bei knapp 30 °C.
HP stattet das Chromebook 13 G1 mit zwei Lautsprechern von Bang & Olufsen aus, die sich hinter einer ansprechenden Abdeckung oberhalb der Tastatur befinden. Die maximale Lautstärke ist moderat und die Höhen sind recht klar, doch erwartungsgemäß werden tiefe Frequenzen nur unzureichend abgedeckt. Das Ergebnis ist ein "blecherner" Klang, der uns an viele Smartphones oder Tablets erinnert.